Niedersächsische Gesundheitsministerin besucht das Mammobil
Mechthild Ross-Luttmann hat sich in Zeven über das mobile Mammographie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs informiert
"Das Mammographie-Screening-Programm ist ein ganz wichtiges Angebot an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Es trägt dazu bei, ihre Gesundheit zu erhalten und kann ihnen sogar das Leben retten. Ich kann nur allen Frauen dieser Altersgruppe empfehlen, an dieser Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen. Denn noch immer sterben in Deutschland jährlich rund 19.000 Frauen an Brustkrebs." Dies erklärte jetzt Mechthild Ross-Luttmann, Niedersachsens Ministerin für Frauen, Familie, Gesundheit und Soziales bei ihrem Besuch des mobilen Mammographie-Screenings in Zeven.
Dort ließ sie sich von dem Stader Radiologen Dr. Christoph Hancken und Dr. Thilo Töllner, dem Programmverantwortlichen Arzt im Elbe-Weser-Raum, die mobile Untersuchungsstation für das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm zeigen. Das Mammobil ist mit eben der modernen Röntgentechnik ausgestattet wie die stationären Screening-Praxen in Stade, Bremerhaven, Buchholz und Rotenburg (Wümme). Die Strahlenbelastung ist durch die hochmoderne Technik im Vergleich zu früher weiter reduziert. Sie liegt unter der Dosis, die während eines Fluges von Frankfurt nach Gran Canaria auf den Körper einwirkt.
Im Gespräch mit den beiden Radiologen informierte sich die Ministerin über die Ergebnisse des Programms im Elbe-Weser-Raum. Dabei erfuhr sie, dass seit dem Start im April 2006 knapp 40 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren auf Brustkrebs untersucht wurden - zwei Drittel davon in der Nähe ihres Wohnortes in einem der beiden Mammobile, die in der Region eingesetzt werden. Im Gespräch mit den beiden speziell für die Screeningarbeit ausgebildeten medizinisch-technischen Röntgen-Assistentinnen (MTRA), erkundigte sie sich nach dem Ablauf der Untersuchungen, die rund eine halbe Stunde dauern - einschließlich Vorbesprechung und Wartezeit. Positiv nahm die Ministerin dabei auch die ansprechende Innengestaltung des Mammobils auf.
Besondere Aufmerksamkeit widmete die Ministerin der Auswertung der Röntgenaufnahmen im Screening-Programm. Diese werden von zwei erfahrenen Radiologen unabhängig von einander begutachtet. Wenn nur einer der beiden auf Mammadiagnostik spezialisierten Ärzte eine Auffälligkeit entdeckt, wird die Diagnose des Programmverantwortlichen Arztes eingeholt. Ein so hohes Maß an Kompetenz und Qualität gibt es nur bei diesem Programm.
Im Elbe-Weser-Raum wurden bisher bei 2755 Frauen Auffälligkeiten festgestellt. Die betroffenen Teilnehmerinnen wurden dann in der Regel in den folgenden zwei bis drei Tagen in die Screening-Praxen nach Stade, Bremerhaven, Buchholz oder Rotenburg zu einer weiteren Untersuchung eingeladen. Bei den meisten Patientinnen konnte dann glücklicherweise eine Brustkrebserkrankung ausgeschlossen werden. Eine Gewebeprobe wurde bei 594 Frauen entnommen. Bei 150 von ihnen wurde dann tatsächlich eine Brustkrebserkrankung festgestellt. Da in den meisten Fällen durch die Früherkennung die Krankheit noch im Anfangsstadium war, besteht für die meisten von ihnen eine gute Chance auf Heilung.
Das Mammographie-Screening ist die beste Methode zur Früherkennung. Die Frauen müssen sich nur die Zeit nehmen und zur Untersuchung gehen. Einen finanziellen Beitrag müssen sie nicht erbringen: Die Kosten des Screenings übernehmen die Krankenkassen und Praxisgebühren fallen auch nicht an.