Häufige Fragen


Was ist eine Mammographie?


Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenaufnahme der Brust, bei der auch kleine, noch nicht fühlbare Veränderungen der Brust in einem frühen Stadium abgebildet werden können.

Was versteht man unter Mammographie-Screening?


Das Mammographie-Screening ist eine Reihenröntgenuntersuchung, bei der möglichst alle Frauen der Altersgruppe 50 bis 69 Jahre auf Veränderungen der Brust untersucht werden sollen. Diese Untersuchungen finden in den Mammographiezentren, in für diese Aufgaben besonders qualifizierten Radiologie-Instituten, oder in den Mammobilen, den mobilen Mammographie-Einrichtungen, statt.

Warum ist das Mammographie-Screening wichtig?


Brustkrebs ist die vierthäufigste Todesursache bei Frauen. 19 000 Frauen sterben allein in Deutschland jährlich daran. 55 000 neue Fälle gibt es pro Jahr. Besonders häufig treten bösartige Brusttumore bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahre auf. Statistisch gesehen wird jede zehnte Frau an Brustkrebs erkranken. Mit Hilfe von Mammographien in regelmässigen Abständen können selbst kleine Veränderungen im Brustgewebe entdeckt werden – lange bevor sie beim Abtasten der Brust auffallen.
Je früher ein Tumor erkannt wird, umso größer sind die Chancen auf Heilung. Untersuchungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass das flächendeckende Mammographie-Screening Leben retten kann. Durch die frühe Erkennung und Behandlung von Brustkrebserkrankungen kann die Sterblichkeitsrate um 25 Prozent gesenkt werden!

Im Jahr 2002 hat die Bundesregierung deshalb beschlossen, allen Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren den Zugang zur Mammographie zu erleichtern. Nach einigen Modellprojekten wurde Ende 2005 der Start für die bundesweite Einführung des Mammographie-Screenings frei gegeben. Im Landkreis Stade wurde im April 2006 mit den Reihenuntersuchungen begonnen. Alle zwei Jahre werden die anspruchsberechtigten Frauen im Elbe-Weser-Raum eine Einladung zur Röntgenuntersuchung erhalten.


Ist die Untersuchung im Mammobil genauso sicher wie eine Mammographie in einer Screening-Praxis?


In dem zur mobilen Screening-Station umgebauten Auflieger, dem Mammobil, erwartet die Frauen auf 34 Quadratmetern der gleiche hohe technische Standard der digitalen Röntgenverfahren, die gleiche kompetente Betreuung und freundliche Umgebung wie in dem stationären Mammographie-Zentrum in Stade. Es gibt keine Unterschiede im Untersuchungsablauf oder in der Qualität der Röntgenaufnahmen. Das Mammobil wird in den Landgemeinden der Kreise Stade, Cuxhaven, Rotenburg, Bremerhaven und Harburg eingesetzt, um den Teilnehmerinnen lange Wege zu ersparen.

Das Mammobil ist eine hoch spezialisierte Röntgenpraxis auf vier Rädern. Eine kleine Treppe führt zur Eingangstür und von dort in einen kleinen Vorraum. Dahinter liegen die Anmeldung und die Wartezone. Rezeption, Wartebereich und Umkleidekabinen von der gleichen Innenarchitektin gestaltet, die auch die Einrichtung der Radiologischen Gemeinschaftspraxis in Stade entworfen hat:
Der Weg in den Untersuchungsraum wird rechts und links von einer Umkleidekabine flankiert. Durch eine zweite Tür in den Kabinen kann die Teilnehmerin am Screening-Programm direkt den Raum mit dem hochmodernen digitalen Röntgengerät betreten. In die Wände des Untersuchungsbereichs wurden die Computerbildschirme zur individuellen Einstellung des Gerätes und zur technischen Kontrolle der Aufnahmen eingebaut, die Röntgenbilder werden per Datenleitung zur Auswertung an die beiden Radiologen weitergeleitet.

Für die beiden medizinisch-technischen Assistentinnen (MTRA) und die Mitarbeiterin an der Rezeption, die zur Besatzung des Mammobils gehören, wurden im hinteren Teil des Mammobils ein Arbeitsbereich, in dem auch das Schaltpult untergebracht ist, und ein kleiner Aufenthaltsraum mit Miniküche eingerichtet.


Welche Vorbereitungen sollte man für die Untersuchung treffen?


Eigentlich ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Die Teilnehmerinnen sollten aber am Untersuchungstag auf Körperpuder und Body-Lotion verzichten, weil dadurch die Qualität der Röntgenaufnahmen beeinflusst werden kann.

Wie läuft die Untersuchung im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms ab?


Mit der Einladung erhalten die Frauen einen Untersuchungstermin und einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand, zu Vorerkrankungen etc., der ausgefüllt zur Untersuchung mitgebracht werden sollte. Die Angaben werden vor der Untersuchung im Gespräch mit den speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Assistentinnen (MTRA) im Mammographie-Screening-Zentrum oder im Mammobil überprüft und ergänzt.

Danach wird die Frau in den Untersuchungsraum gebeten und das Röntgengerät für die Aufnahmen vorbereitet. Von jeder Brust werden zwei Bilder angefertigt. Die Teilnehmerin wird gebeten zu warten, bis die technische Qualität der Röntgenaufnahmen überprüft ist. Sie erhält sofort nach der Untersuchung keinen Befund. Die Untersuchung dauert einschließlich aller Vorbereitungen 20 bis 30 Minuten.

Die Aufnahmen werden an zwei speziell ausgebildete Radiologen weitergeleitet, die sie unabhängig von einander begutachten. Wenn beide zu einem unauffälligen Befund kommen – wenn kein Tumor, keine Veränderungen zu erkennen sind – erhält die Screening-Teilnehmerin darüber innerhalb von 2 Wochen eine Nachricht und wird in zwei Jahren wieder zur Mammographie eingeladen.


Warum wird die Brust bei der Mammographie gedrückt?


Die Kompression der Brust bei den Röntgenaufnahmen muss leider sein, um die Strahlenbelastung gering zu halten und trotzdem alle Bereiche einer Brust darstellen zu können. Es ist selbstverständlich, dass nur soviel gepresst wird wie nötig und so wenig wie möglich. Studien haben gezeigt, dass Auffälligkeiten nicht oder nur unzureichend abgebildet werden, wenn auf das Drücken verzichtet wird.

Was passiert, wenn eine Auffälligkeit festgestellt wird?


Diese Nachricht wird sie innerhalb von sieben Tagen nach der ersten Screening-Untersuchung zusammen mit einem Termin innerhalb der darauf folgenden zwei bis drei Tage für die weiteren Untersuchungen erhalten. Dazu gehören eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine weitere Mammographie Aufnahme. Je nach Befund kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden der Patientin in jedem Fall so schnell wie möglich in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Wenn ein negativer Befund vorliegt, der Tumorverdacht sich nicht bestätigt hat, erhält die Screening-Teilnehmerin nach zwei Jahren wieder eine Einladung zur Mammographie im Rahmen des Programms.

Wie sicher sind Mammographien?


Das Mammographie-Screening bietet den Teilnehmerinnen einen bisher einzigartigen Qualitätsstandard in der medizinischen Versorgung in Deutschland: Jeder Diagnoseschritt wird von mehreren Ärzten überprüft und dokumentiert, um die Qualität der Brustkrebs-Früherkennung und die Behandlung von Brusttumoren auf höchstem Niveau zu sichern.
Die Ärzte und die Medizinisch-Technischen Röntgen-Assistentinnen (MTRA) wurden durch spezielle Fortbildungskurse und Lehrgänge auf die hohen Anforderungen des Mammographie-Screenings vorbereitet und verpflichtet, auch künftig ihr Wissen und ihre Fähigkeiten durch entsprechende Fortbildungsmassnahmen auf dem neusten Stand zu halten. Ärzte, die im Screening-Programm arbeiten, müssen jährlich mindestens 5000 Mammographien beurteilen.
Die Radiologie-Institute, die sich für das Mammographiescreening qualifiziert haben, verfügen über modernste strahlungsarme Geräte, die täglich von Medizintechnikern kontrolliert werden.

Diese hohen Anforderungen an Diagnose und Technik sowie die Kontrollen durch die umfassende Dokumentation sind fester Bestandteil des Mammographie-Screening-Programms und ein grosser Vorteil für die Teilnehmerinnen, denen ein wissenschaftlich fundiertes Ergebnis mehr Sicherheit und Lebensqualität gibt.


Können trotz regelmässiger Mammographien Brustkrebserkrankungen auftreten?


Die Röntgenreihenuntersuchung im Rahmen des Mammographie-Screening-Programm dient der Früherkennung von Brustkrebserkrankungen. Durch die qualitativ hochwertigen Röntgenaufnahmen werden auch kleine Brusttumore entdeckt – lange bevor sie ertastet werden können. Die Mammographie ist aber keine Vorsorgeuntersuchung im engeren Sinn. Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass zum Untersuchungszeitpunkt keine erkennbare Veränderung vorliegt.
Deshalb muss die Mammographie in regelmässigen Abständen wiederholt werden: Im Screening-Programm wurden Zwei-Jahres-Intervalle für die Untersuchungen von gesunden Frauen in der besonders betroffenen Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren festgesetzt. Damit steigen auch die Chancen, dass eine Veränderung der Brust, die zwischen den Mammographien aufgetreten sein könnte, schneller erkannt und in den meisten Fällen schonender behandelt werden kann. Dennoch sollten die Teilnehmerinnen am Screening-Programm auch weiterhin regelmäßig Tastuntersuchungen vornehmen und die Krebsvorsorge-Termine beim Frauenarzt einhalten.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei der Röntgenuntersuchung?


Die digitalen Röntgengeräte, die im Mammographie-Screening eingesetzt werden, sind auf dem neuesten Stand der Technik, sie kommen mit sehr geringen Strahlenmengen aus. Die Dosis, die während der Mammographie abgegeben wird, entspricht ungefähr der Strahlung, der sich ein Passagier während eines Flugs von Hamburg auf die kanarischen Inseln aussetzt. Die Röntgengeräte werden täglich von einem Physiker überprüft.

Wo kann man sich anmelden?


Im Normalfall erhalten alle Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren eine Einladung von der Zentralen Stelle, die im Gesundheitsamt der Hansestadt Bremen angesiedelt ist. Die Briefe enthalten einen Fragebogen und auch einen Termin für die Untersuchung. Sie werden ungefähr drei Wochen vor dem Untersuchungszeitpunkt verschickt. Die Adressen der anspruchsberechtigten Frauen werden der Zentralen Stelle von den Einwohnermeldeämtern der Gemeinden übermittelt. Wer zur Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen gehört, in der Gemeinde wohnt, in der die Untersuchungen stattfinden, und keine Benachrichtigung erhalten hat, sollte sich bei der Zentralen Stelle melden und einen Termin für die Mammographie vereinbaren. Auch für Änderungen eines Termins ist die Zentrale Stelle zuständig.

Die Telefon-Nummer lautet: (0421) 36 11 40 94


Wie sollen sich Frauen verhalten, bei denen bereits eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert wurde?


Auch wer bereits wegen einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher Behandlung ist oder an einem Nachsorgeprogramm teilnimmt, wird eine Einladung zum Mammographie-Screening erhalten. Diese Frauen sollten zuerst ihren behandelnden Arzt fragen, ob sie zu dieser speziellen Röntgenuntersuchung gehen sollen. In der Regel wird eine Mammographie im Rahmen des Screening-Programms nicht erforderlich sein.

Wie werden die Daten der Teilnehmerinnen geschützt?


Die Adressen für die Einladungen zum Screening erhält die Zentrale Stelle von den Einwohnermeldeämtern, die nur die Namen und Adressen der Frauen weiterleiten, die nach ihrem Geburtsdatum zu den Anspruchsberechtigten gehören. Deshalb erhalten auch Frauen, die bereits wegen einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher Behandlung sind, eine Einladung. Denn die Einwohnermeldeämter dürfen aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Bürger haben.
Die Röntgenaufnahmen und Befunde der Teilnehmerinnen werden in den zuständigen Screeningzentren verschlüsselt gespeichert und können bei den folgenden Mammographien im Screening-Programm mit den neuen Aufnahmen verglichen werden. Dadurch wird auch die Qualität der Diagnose erhöht. Die kodierten Daten der Teilnehmerinnen können auch beim Aufbau eines Krebsregisters genutzt werden, das dazu beiträgt, Diagnose und Therapie von Brustkrebserkrankungen zu verbessern.
Bei jeder Verwendung der Daten wird jedoch dem Datenschutz höchste Priorität eingeräumt.